PR SEO berichtet über die neuesten Pläne von Google und Eric Schmidts Charmeoffensive
Da hat uns der Google-Chef Eric Schmidt mal richtig schön den Honig um den Mund geschmiert. Mit einem Statement in der Welt Online lobt er Deutschland für eine erfolgreiche Industrie, die langfristige Investitionen vorzieht und aus zukunftsorientierten Ausbildungsstätten schöpft. Das ist doch mal eine angenehme Abwechslung zum ewigen Streit um die Sinnhaftigkeit unseres Bildungssystems und die stets unheilvoll über den Köpfen schwebende steuerbedingte Abwanderung deutscher Unternehmen und Produktionen.
Der Hintergrund dieser Lobeshymne ist das geplante wissenschaftliche Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin. Google möchte dieses Projekt mit einem großen finanziellen Aufwand umsetzen. Schmidt ist überzeugt davon, dass gute Ideen keine Zufallsergebnisse sind, sondern hauptsächlich in einem produktiven Umfeld entstehen. Deshalb steht für ihn die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft an erster Stelle. Solche Synergien sind in seinen Augen bereits seit der Erfindung der Drucktechnik der Motor des technischen Fortschritts.
Wie die Berliner Morgenpost berichtet, scheinen diese Pläne jedoch erst während der für Google kritischen Streetview-Debatte entstanden zu sein. Obwohl Google erklärt, dass gerade die deutsche Debattenkultur als Ansporn für die Entwicklung des Internets wirkt, scheint das Institut vor allem auch auf die Auslotung politischer Rahmenbedingungen sowie der damit verbundenen rechtlichen Aspekte ausgerichtet zu sein. Das lässt Zweifel an den noblen Motiven des Riesenkonzerns aufkommen. Vor allem in Deutschland hat es Google immer wieder schwer und muss mit stetigem Widerstand in den Bereichen Datenschutz und Urheberrecht kämpfen. Bei näherer Betrachtung fallen einem einige Anknüpfungspunkte auf, welche eine Google-Forschungszentrale in der deutschen Hauptstadt in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Christian Stöcker vom Spiegel Online hat dies sehr geschickt formuliert. In seinen Augen ist Google zwar eher daran interessiert, die deutsche Politik und Verlagslandschaft im Auge behalten zu können, jedoch wird dies mit viel Lob und Nettigkeiten verdeckt – mit Stöckers Worten: Die neue Charmeoffensive. Wie viel PR-Absichten tatsächlich dahinterstecken, wird sich wahrscheinlich erst im Laufe der Zeit herausstellen. Dass sich die deutsche Debattenkultur jedoch nicht mit schönen Worten abspeisen lässt, zeigt sich an einigen berechtigterweise zweifelnden Pressestimmen.
Euer PR SEO Blog-Team
Quellen:
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article12555178/Warum-Google-von-Deutschland-schwaermt.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,746036,00.html
http://www.morgenpost.de/printarchiv/wirtschaft/article1547516/Google-investiert-Millionen-in-neues-Berliner-Institut.html
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Wenn diese Ankündigungen umgesetzt werden, wäre dies ein großer Schritt. Das solche wissenschaftlichen Arbeiten auch theoretisch sehr wichtig sein können, zeigen das ‘Metamagicum’ von Douglas Hofstadter (1985) und ‘Mentopolis’ von Marvin Minsky (1986). Vieles was hier theoretisiert wird, finden sich in unserem heutigen Internet in irgendeiner Weise umgesetzt.
Da bleibt nur die Hoffnung darauf, dass Google es tatsächlich darauf abgesehen hat, den Standort Deutschland für echte, ehrliche Forschung zu nutzen, und nicht nur eine Art Kontrollpunkt einrichten will.